Brazil
Kommentare 27

Fernweh & Wanderlust: Brazil

Brazil Love

Reisen kann echt weltbewegend, aufregend und lustig sein. Doch für junge Leute reicht Zeit und Geld oft nicht aus, um die ganze Welt auf einmal zu sehen. Deswegen haben sich dreißig motivierte Blogger zusammengeschlossen, um euch im April auf eine virtuelle Weltreise mitzunehmen. Ich erzähle genau ein Jahr nach meiner Rückkehr ein paar neue Geschichten von Brasilien mit Zitaten aus meinem damaligen Tagebuch. Lesezeit: 4 Minuten.

Traveling is amazing, right? That’s why during April some amazing blogs and me are making a virtual world trip. And today I’m going to tell you more stories about Brazil with the little help of my diary back then. Also, you will see some new pictures. 4 minute read

Corcovado_Auffahrt_Rio

Bei der Auffahrt zur Christusstatue am Corcovado. // On the way to Corcovado to see the Christ statue.

Noch einmal zur Erinnerung: Ich ging für sieben Wochen nach Brasilien, um ein soziales AIESEC-Praktikum in der Schule zu absolvieren. Mein Job war es, über Russland und Deutschland zu erzählen, Englisch zu reden und die Klassen betreuen. Zusätzlich habe ich drei Mal die Woche bei einem Intensivkurs für Erwachsene ausgeholfen. Verdient habe ich bei beiden nichts (weil volontär und so) und gewohnt habe ich bei einer motivierten Brasilianerin, die ihr Englisch aufbessern wollte. Frei nach dem Prinzip: Du mir Bett, ich dir Englisch.

So why did I go to Brazil? For seven weeks I was volunteering in Juiz de Fora and my task was to teach primary school kids English, to take care of them and to tell about my countries Germany and Russia. I also worked as an assistant in an English school for adults. I was living with a host girl who wanted to improve her English skills. 

Schule_Brasilien_ensino

Mein Arbeitsort während der zwei Monate. // My working place.

Der Markt in Juiz de Fora. – Ene der geheimen Aufgänge irgendwo am Rand von Juiz de Fora.

Der Markt in Juiz de Fora. – Ene der geheimen Aufgänge irgendwo am Rand von Juiz de Fora. // Juiz de Fora market // somewhere in JF.

Ich habe euch bereits über die Stadt Juiz de Fora und meine Trips nach Rio erzählt (Corcovado, Allgemeines). Es gab mehr über das Essen, meine Arbeit und die turbulente Heimfahrt zu lesen. Nach fünf Wochen dort gab es ein Update und später noch die analogen Bilder. Ich möchte mit diesem Beitrag aber die Illusion auflösen, dass Reisen nur aus schönen Fotos und ständig positiven Eindrücken besteht. Das denke ich mir manchmal, wenn ich Reiseblogs lese und meinen Blog analysiere.

I already told you about Juiz de Fora and my trips to Rio (Corcovado and general). There was a post about the food, my work and a five weeks update. I also showed you the analog pictures and talked about coming back home. What I want to talk about today is the illusion I sometimes have when I read travel blogs (my posts as well): It’s not only beautiful and amazing all of the time. It’s hard work to be in a new place and I want to share my experiences today. 

JF_my_room

Das Fenster in meinem Zimmer – das stimmungsvolle Licht förderte tiefgründige Gedanken. // My window.

Rio de Janeiro_von oben

Ausblick von einem Einkaufszentrum in Rio. // The view from a supermarket in Rio.

Am Anfang der Reise platzt mein Kopf vor lauter gegensätzlichen Fragen. Nach einem Ratschlag beim Vorbereitungsseminar nahm ich ein Tagebuch mit, dem ich alle meine geheimen und komischen Gedanken anvertraute, die sich wie das Gespräch zweier Unentschlossenen lesen: „Wozu reisen Leute, was will ich am anderen Ende der Welt? Vielleicht weiß ich ja danach, was ich mit meinem Leben anfangen soll“. „Ich habe mich ja absichtlich aus der bequemen, faulen Zone bringen wollen.“

On the plane to Rio, my thoughts were quite controversial. „What the heck am I doing here? I don’t know the place, the people, the language! But still, I wanted to leave my comfort zone and to learn more about myself.“  I realized it is quite normal to have struggles like this. Still funny to read it now. 

Juiz de Fora_Außenbezirk

Mit dem Bus raus aus der Stadt in ein Randbezirk. // Going to the suburbs of Juiz de Fora.

An einer Stelle im Tagebuch muss ich richtig lachen: Die Anreise von Rio nach Juiz de Fora habe ich schon mehrmals thematisiert, diese Kleinigkeit aber vergessen: „Irgendwie hatte der Bus keinen Platz für größeres Gepäck und so saß mein Backpack gemütlich auf meinem Platz und ich queutsche mich davor ein.“ Das waren die wohl ungemütlichsten fünf Stunden der Reise. Aber ich hatte Zeit, aus dem Fenster zu schauen, die Leute im Bus zu beobachten und nachzudenken. Fehlentscheidung: Kein Wasser vor der Busfahrt gekauft.

I totally forgot the crazy bus ride to Juiz de Fora: The bus didn’t have any space for big luggage. That way my backpack was comfortably sitting in my seat and I was half standing in front of it for five hours. Still it was not bad, the view was stunning and it was cool to watch the people. Biggest mistake: I didn’t take any water with me. 

Juiz de Fora_street

Straßenszene in Juiz de Fora. // Streets of Juiz de Fora.

Buffet_restaurante

In einem der Buffet-Restaurants. // One of these amazing restaurants.

Mein Tagebuch liest sich ein wenig wie ein Beschwerdebuch. Ich bin genervt von der Unpünktlichkeit, dem ausfallenden Internet oder irgendwelchen unüberlegten Bemerkungen mancher Leute. Der Alltag scheint nur aus Zeit absitzen, Essen und Skype zu bestehen. Warum ich das mit euch teile? Ausgesprochen habe ich diese Gedanken zum Glück nie. Dafür war das Tagebuch hauptsächlich. Denn was einen verantwortungsbewussten Reisenden ausmacht, ist nicht die Fähigkeit alles super zu finden, sondern sich der Schwierigkeiten bewusst zu sein und sich damit auseinanderzusetzen. Am besten ohne allen die Ohren vollzujammern.

My diary is full of complaints. I was struggling with the different perception of punctuality, was annoyed by the wifi turning itself off from time to time. I was giving too much thought about things somebody said. My daily routine mostly consisted of Skype, eating and having nothing to do at work. That’s at least what I wrote down. Do you know why I share it with you? Because I am so glad I just wrote it down to have it out of my mind and did not complain to anybody in person. Being a responsible traveler is not about being happy all the time. It’s about knowing how to deal with your bad mood and to learn from it. 

Juiz de Fora_Menschen_people

Straßenszene in Juiz de Fora. // People in Juiz de Fora.

Über meine erste Karnevalserfahrung: „Wir fuhren zu einer Karnevals-Party auf der Straße (die heißen hier „bloco de carnaval“) namens Parangolé. Wir waren so um drei da, Beginn war um zwei und der Karnevalszug sollte um fünf starten. Im Endeffekt ging es erst um sieben los und ich war schon leicht müde und genervt… Dann startete aber der Wagen, fuhr an uns vorbei und verschwand um die Ecke. Als wir ihn in einer anderen, sauberen und größeren Straße einholten, war das so mega schön. Die Menschen waren fröhlich und küssten sich auf der Straße. Ich liebe Samba.“

My first carnival impression was funny: The „bloco“ (means the carnival street block) called Parangolé started at two. The official part should have started at five, instead we waited until seven. I remember being really annoyed by the waiting time, because as a German you don’t know how to deal with it properly. But when the music and the dancing started, people were kissing on the street, I fell in love with the whole thing. I wrote down „I love samba“.  

Juiz de Fora_Snack Bar

Einer der zahlreichen Snackwägen in Juiz de Fora. // Snack bar in the street, JF.

Während des Karnevals in Rio war ich mit Leuten unterwegs, die nur Portugiesisch sprachen. Hört sich jetzt nicht schlimm an, aber es hat mich damals wahnsinnig demotiviert, nicht mitreden zu können: „Also verstand ich gar nichts und stand nur so dabei. Ohne Sprache geht einfach nichts“. Darum lerne ich heute Portugiesisch.

During carnival in Rio, my host Aninha and I spent some time with her friends who would only talk in Portuguese all the time. I remember how stupid it felt not being part of the conversation. That’s why I now learn Portuguese, guys! And: So often people were talking English with me even though it was difficult for them. I really valued this back then and I do value it now even more. 

Juiz de Fora_Hügel

Mit den vielen Hügeln ist Juiz de Fora keine leichte Stadt zum Autofahren. // Crazy hills in JF.

Ein paar allgemeine Eindrücke, die ich schon vergessen hatte, sind zum Glück im Tagebuch notiert. Dass es am Fenster gezogen hat, dass die Wohnung nach Hund roch und dass ich in der Arbeit oft nichts zu tun hatte, dass das Wasser schlecht schmeckt und dass ich permanent erkältet war. Dass mir bewusst wurde, wie wichtig Sprachen sind. Außerdem: „Heute sind die Grillen draußen nicht so laut wie sonst. Ich höre sonst Autos und ein bisschen die Nachbarn oben. Es riecht nach Mango und Cheetos.“

General impressions I almost forgot: It was cold by the window, the flat was smelling like dog and I didn’t have much to do at work, so I had to find my own tasks. The water tasted odd and I had a cold for three weeks because I was not used to the air conditions. Once I wrote down „The chirping of crickets is not as loud as usual. I hear some cars and the neighbors upstairs talking. It smells like mango and Cheetos“. 

JF_mercado_markt

Der Markt in Juiz de Fora. // JF market scene.

Irgendwann nach vier Wochen werden aus Beschwerden Gedanken, Pläne und Selbstanalysen: „Ich rege mich über nichts mehr auf, nehme alles sehr offen auf, chille einfach mal und habe keine Erwartungen an den Tag. So ist alles immer total nett.“ – „Ich muss mehr neues Zeug ausprobieren. Offener und entspannter sein!“

After four weeks I stopped complaining and realized some things about myself: „I am not complaining that much but try to enjoy and don’t expect anything from the day. Makes it nice“. „I have to try more out new things and to be more relaxed“. 

Houses Juiz de Fora

Irgendwo in Juiz de Fora // Houses Juiz de Fora

Ich hatte übrigens kein Smartphone dabei und fand es super, auch wenn mir Instagram, Karten oder Wörterbücher fehlten. So war es aber angenehm, richtig präsent zu sein und nicht ständig mit Freunden daheim zu schreiben.

I didn’t take my smartphone with me. It was nice to be really present wherever I was without chatting with friends at home all the time. I missed Instagram, dictionaries and maps, though.

Bett_Reise_bed

Das Bett, auf dem ich zwei Monate lang schlief. // My bed over there.

Eine Sache hat sich als unerwartet praktisch herausgestellt: Die Zeitschrift NEON, die ich nicht nur als Lesestoff unterwegs benutzte, sondern auch als Rucksackstabilisator und Essensunterlage auf meinem Bett daheim. Die NEON habe ich jeden Tag benutzt, im Vergleich zu anderen Dingen wie T-Shirts mit Ärmeln oder zu kleinen Turnschuhen. Wenn ihr in sehr warme Länder reist, sind beide wahnsinnig unpraktisch: Man schwitzt und die Füße schwellen an. Eher unschön.

Funny fact: One piece I took with me spontaneously helped in several ways. The magazine NEON was not only amazing for reading but also to stabilize by backpack and to use as a tray on my bed. 

Rio de Janeiro_windows_Fenster

Fensterfront in Rio. // Stunning window view. I love these calm pictures.

Wie ihr also seht, hat man während langer Reisen alleine auch wiedersprüchliche Emotionen und es ist gut so. Es hat mich stärker gemacht und das Fernweh geweckt: Ich lernte das echte Brasilien kennen, die Leute mit allen ihren Facetten, lebte ihr Leben dort. Es war die aufregendste Reise meines Lebens. Allein, ohne wirkliche Sprachkenntnisse, ganz weit von daheim. Brasilien prägte mich nachhaltig und veränderte die ganze Art und Weise, wie ich andere Menschen, Nationen und vor allem mich selbst sehe.

As you see long trips are not only about making pictures, having fun. You will also have all sorts of controversial thoughts. Use a diary to write it all down. What I learned back then was the real kind of travel: Where you live another life, you meet different people, learn a new language and struggle with the daily life from time to time. It was the most amazing experience so far and changed the way I see other nations, countries and myself. And after I am able to talk Portuguese, I’ll go back! 

Zuckerhut – Die Bibliothek meiner Schule in Juiz de Fora.

Beim Auffahrt auf den Zuckerhut sieht man den Berg selbst – Die Bibliothek meiner Schule in Juiz de Fora. // Sugar loaf // My school.

Santa Teresa_Impression

Der Bezirk Santa Teresa in Rio de Janeiro. Es ist das am stärksten von den Portugiesen geprägte Viertel. // Santa Teresa in Rio de Janeiro.

Es ist aber nur meine Geschichte und könnte genau so gut deine sein. Sieben Wochen in einem fremden Land? Ich würde es jederzeit wieder tun! Also denke darüber nach.

Es würde mich nun stark interessieren, was eure widersprüchlichen Gedanken beim Reisen waren, ob ihr länger in einem Land verbracht habt? Und was mögt ihr persönlich am Reisen?

Und nun ein bisschen mehr zu unserer Blogparade: Gestern hat uns Bee von My everydaylife von ihrer Reise ins Disneyland in Paris erzählt. Morgen geht es weiter bei Alexander von Solardorf mit der Nordsee. Die Weltreise geht weiter!

But it’s only my story, guys. How is your story going to be? Tell me in the comments about a trip you took, the thoughts you had then and why you enjoy traveling. Check out the image map below to see the other blog posts of our virtual trip (not all of them in English though).

Image Map
Kategorie: Brazil

von

Natalia

Hello, dear visitor. Thanks for taking the time to read my blog! :) I hope you found what you were looking for – I enjoy offering you inspiration, travel stories and my world view via photography. I am very much looking forward to your feedback, suggestions and opinion about Apfel Sanderson. Take care, your Natalia.

27 Kommentare

  1. Liebe Natalia, ich kann Dir so nachfühlen. Mir ging es ganz ähnlich bei manchen meiner Reisen. Vor allem, wenn sie nicht mit der Familie stattfanden – aber was ich dann gefunden habe, bereicherte mein Leben ungemein: nämlich Freunde, die zur Familie wurden.

    Alles Liebe, Heli

    PS: Ich bin am letzten Tag der Blogparade dran :D

    • Natalia

      Liebe Heli, ja ohne Familie ist es zum ersten Mal ganz ganz anders! :) Ich freu mich schon auf deinen Beitrag, in der Normandie war ich noch nie.

  2. Durch unsere Blogparade bin ich auf deinen Blog gekommen und muss sagen WOW, er ist toll! Die Aufmachung ist wirklich der Hammer, ich werde auf jeden Fall öfter vorbeikommen und deine tollen Berichte lesen.

    Liebe Grüße

    Elli

    • Natalia

      Liebe Elli, vielen vielen Dank! Freut mich sehr über das Lob, das Design ist neu also ist jedes nette Wort wie eine Bestätigung für die ganze Mühe, haha. Ich freue mich so über die gemeinsame Blogparade. Finde übrigens deinen Blaunamen richtig richtig gut! :)

  3. Wirklich ein ganz ganz toller Bericht :) Später alte Tagebucheinträge zu lesen, ist ja immer irgendwie komisch, noch mehr, wenn man damals so spannende Erfahrungen gemacht hat. Die Fotos finde ich auch sehr gelungen, sehr ruhig und unaufgeregt, gar nicht so die typischen „Touri-Bilder“ und sehr nah am Leben. Danke für den spannenden Artikel!

    • Natalia

      Danke Ariane! :) Ich glaube, die typischen Touri-Bilder habe ich schon alle gezeigt. Das Tagebuch war interessant, aber wirklich leicht schokierend wegen der ganzen Beschwerden… Freue mich schon auf deinen Beitrag zur Blogparade!

  4. Aninha sagt

    Hello Dear! after you left Brazil, I went to London, do you remember? Although London is a amazing city, sometimes I felt bored and stressed. I couldn´t understand their english ! For example I bought a ticket to the theather and I couldnt understand anything… so I cried and left there. You know, in Brazil, our english is not so good. And other things happened: We lost the way many times, the food was bad, etc.I missed my home and my boyfriend. But now I miss London so much hehehehe I want to go back… but first, I need to learn english ! And I miss you too!

    • Natalia

      Dear Aninha, of course I remember :) I can imagine how it must have felt! And it was winter time, much more stressful :) And it’s cool you miss London now, that means in general it was an amazing trip for you, I am so happy you did it! And that we got to know each other <3 I miss you, see you in Brazil one day. And you are welcome here forever! :)

  5. Ein wirklich toller Artikel :) Mal eine andere Sichtweise bzw die Ehrlichkeit auf welche Schwierigkeiten man während eines Auslandsaufenthaltes stoßen könnte. Ich finde auch die Zitate deines Tagebuchs sehr interessant und gelungen, das führt so richtig schön durch den Text und ist auch noch sehr fesselnd. Deine Bilder finde ich wirklich schön, da kann ich mich Ariane nur anschließen – sie sind wirklich nah am leben und eben keine 0815-Touri-Bilder :)

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag :)

    Liebst,
    Aileen <3

    • Natalia

      Vielen Dank, liebe Aileen! :) Da bin ich aber froh, dass es sich so gut lesen lässt und dass die Bilder gefallen: Hatte gefühlt schon alles Gute gezeigt :) Tausend Dank für das Lob!

  6. Ein sehr schöner Beitrag zu der Blogparade. Irgendwie sympathisch anders. Die Bilder sind toll, aus dem Leben halt. Und Deine Erinnerungen fesseln einen an den Text.

    LG Thomas

    • Natalia

      Vielen Dank, Thomas! Freut mich sehr, dass es dir gefallen hat. :) Ich mag deine Reisebilder, die mit einem Weitwinkel geschossen sind, sehr! Irgendwann muss ich mir auch so ein Weitwinkel besorgen. Liebe Grüße :)

  7. Hi! This post couldn’t be written any better!
    Reading this post reminds me of my old room mate!
    He always kept talking about this. I will forward this write-up to him.
    Fairly certain he will have a good read. Many thanks for sharing!

  8. Ein wunderschöner Text, der mich sehr an meine Zeit in der Türkei erinnert. Ich habe ein Tagebuch vor allem als Kummerkasten benutzt und mir meinen Frust von der Seele geschrieben. Denn so aufregend die Zeit auch war, mir ist es sehr schwer gefallen, mich dort einzufinden und meine Tage so zu gestalten, dass ich am Ende zufrieden damit war. Blicke ich zurück, bin ich mega froh, die Erfahrung gemacht zu haben, aber dieser Gedanke ist mir halt zwischendurch auch sehr schwer gefallen. Ich finde es gut, dass du auch diese Seiten des Reisens ansprichst und so offen damit umgehst! „Ich habe immer noch keine Freunde und stehe dem inzwischen auch eher resigniert gegenüber als motiviert, mich immer und immer wieder darum zu bemühen. … Mir geht es gut, aber meine Zweifel lassen sich nicht vertreiben.“ So und ähnlich waren meine Tagebucheinträge, ich finde, sie passen zu dem, was du angesprochen hast.
    Nichtsdestotrotz liebe ich das Reisen so sehr und könnte mir ein Leben ohne Reisen nicht vorstellen! Es sind nicht die großen Sachen, die das Reisen so wertvoll machen, sondern für mich sind die schönsten Erlebnisse Kleinigkeiten, wenn ich zum Beispiel um drei Uhr morgens mit meinem Bruder am dänischen Strand stehe, wir auf den Sonnenaufgang warten und ich so denke: „So fühlt sich Leben an!“

    Ein wundervoller Beitrag, liebe Natalia!
    Viele Grüße,
    Malika

    • Natalia

      Liebe Malika, ich danke dir! So ein ausführlicher, nachdenklicher und lieber Kommentar ist immer so unglaublich schön, danke dafür. Ich stimme dir bei allem zu und bin froh zu sehen, dass es dir wohl auch ähnlich ging. Und ja, genau das macht das Reisen wohl aus, diese Diskrepanz zwischen den momentanen Gefühlen, wenn man sich fremd fühlt. Auf der anderen Seite diese Aufregung, dass man gerade WIRKLICH woanders ist, und die Sprache IST anders und aaaa. Aufregung pur :) Dein Blog ist super, mach weiter so! :)

  9. Wow toller Bericht und schöne Bilder! Sehr mutig von dir ohne Sprachkenntnisse nach Brasilien zu reisen, das würd ich mich glaub nicht trauen. Auch wenn ich in Thailand für 2 Monate war ohne Thai Kenntnisse haha :D aber ich weiß nicht, bin halb thai und deswegen musst ich einfach hin, hab das Land davor noch nie gesehen (als 2 oder 3-jährige zählt ja nicht). Hatte zwar ein Sprachkursbuch ?! aber kontne davon echt wenig Wörter und bei meiner Mutter, die ich besucht habe (wir hatten uns davor 10 Jahre nicht gesehen weil sich meine Eltern getrennt haben und sie zurück nach Thailand ist) hab ich es leider auch nicht richtig gelernt, obwohl um mich rum auch wenig deutsch oder englisch konnten. Hat ja aber irgendwie trotzdem geklappt :D außerdem kommt mit Englisch echt gut in Thailand durch, in Brasilien auch oder wie hast du es geschafft? :D und ich kann dir wirklich zustimmen, mit den Emotionen und dem Gefühlschaos. Bei mir war das halt so, dass ich 1. halb thai bin 2. mein Mum dort wohnt und 3. ich mich sozusagen selbst gesucht (und auch gefunden) habe. Und vor allem bei Mutter hatte ich ganz extreme Gefühle, zum einen hab ich es total genossen „bemuttert“ zu werden und zum anderen hat es mich total genervt, weil ich das einfach 10 Jahre nicht gewohnt war (mein Dad ist nicht so extrem Fürsorgliche und macht „alles“ für einen, bei ihm wurden wir eher selbstständig erzogen). Habe zu derzeit auch Tagebuch geführt, das mir glücklicherweise meine lieben freundinnen geschenkt haben und bin wirklich dankbar dafür, schreiben tut einfach gut! :)

    So nun aber genug :D sehr schöner Bericht, werd noch die anderen anschauen, denn Brasilien steht schon immer auf meiner Wunschliste :)

    Liebe Grüße und schönes Wochenende dir!
    Jasmin von http://www.nimsajx.blogspot.de

    • Natalia

      Liebe Jasmin, vielen lieben Dank für den langen Kommentar! Ich freue mich sehr darüber, dass dir meine Geschichte gefallen hat :) Deine Geschichte klingt richtig spannend, in welcher Sprache hast du denn mit deiner Mutter geredet? Und es freut mich so für dich, dass du dich dabei gefunden hast und eine schöne Zeit mit der Mama hattest! Und hey, Tagebuch sei Dank muss man wirklich nicht alles aussprechen, haha.

  10. Schöner Artikel. Jeder, der schonmal wirklich länger & alleine im Ausland war, kann die Gedanken denke ich nachvollziehen. Sie klangen teil ziemlich negativ bei dir, aber gerade der Schlusssatz relativiert das ganze ja wieder – und ja: Mir ging es natürlich auch so!

    Auf Fuerteventura hat mich die einseitig und ungrüne Landschaft wahnsinnig gemacht. Auf Ibiza war der Regen fruchtbar – ich hätte kotzen können. Jeden Tag 30min hin und zurück laufen, und dann regnet es aus Eimern -> alle Straßen überflutet, die Kakalaken kommen aus den Abwasserrohren und man kommt nicht zurück. Oder wenn man krank im Ausland ist – vll. auch noch bei einer fremden Gastfamilie, mit der man sich überhaupt nicht versteht (wie während meines England Aufenthaltes). Es gibt so viele negative Gedanken, die auch bei solch einer Reise aufkommen – völlig normal, und wie du so schön sagtest: Sie machen stärker.

    Ich werde immer wieder gerne für längere Zeit weg, und mittlerweile nehme ich die negativen / Heimweh artigen Gedanken immer lockerer hin. :P

    Beste Grüße
    Nicole von http://www.bluetenschimmern.com

  11. Hello there! This is my first visit to your blog! We are a team of volunteers and starting
    a new project in a community in the same niche. Your
    blog provided us valuable information to work on. You have done a wonderful job!

  12. I love your blog.. very nice colors & theme. Did you
    create this website yourself or did you hire someone to do it for you?
    Plz respond as I’m looking to construct my own blog
    and would like to find out where u got this from. many thanks

    • Natalia

      Thank you :) I created it myself with WordPress, the theme is bought though, it’s by Elma Studio.

  13. Even though I may happen to be rolling my eyes for some on this video it had not been for the reasons one might expect just like the off pitch singing and silly choreography.
    This gives you the ability to choose what troops you should be sending in. Give a warning, first and maybe even start a new activity.

  14. Ein mal etwas anderer Beitrag…zum Glück.
    Ich habe letztes Jahr auch mal 5 Anti Reisetipps veröffentlicht und eine Blogparade zum Thema Reiseflops, da ich denke es darf auch ruhig mal gesagt werden was alles nicht so schön ist. Darf ich auch mal was blöd finden, obwohl auf 1000 anderen Blogs steht, wie geil/schön/faszinierend es dort war? Ja darf ich..denn jeder Mensch ist anders und empfindet anders.
    Tagebücher im Ausland zu schreiben ist super. Leider vergisst man ja doch echt vieles.
    Ich habe das in Irland (war dort 1 jahr als Au pair) auch gemacht. Es gab da auch ziemlich miese Zeiten für mich. Aber letztendlich war es trotzdem das schönste (bisherige) Jahr meines Lebens..und ich bin unglaublich daran gewachsen. :)

  15. Reisen ist halt manchmal auch echt anstrengend, wenn ich in großen Städten unterwegs bin tun mir zb schon nach einem halben Tag die Füße höllisch weh, weil ich es zu Hause nicht gewohnt bin so viel herumzulaufen, trotzdem laufe ich dann noch die nächsten 3-4 Tag weiter, aber ich bin froh um jede Pause die ich machen kann, aber im Blog schreibe ich das nicht, ist ja doch eher untinteressant und es geht vermutlich auch jedem 2. genauso
    lg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.